| Nordkurier 17.07.07 |
| Von Veronika Müller
Ostvorpommern. Elf Feuerwehren des Landkreises Ostvorpommern waren gestern in
den frühen Morgenstunden damit beschäftigt, die Hinterlassenschaften einer
Windhose zu beseitigen. Der durch die Region tobende Sturm hatte zahlreiche
Bäume entwurzelt, Stämme wie Streichhölzer gekappt und Äste durch die Gegend
gewirbelt. Allein auf der Bundesstraße 199 zwischen Iven und Nerdin stürzten
zwölf Straßenbäume teilweise auf die Fahrbahn und sorgten für zeitweise
Verkehrsbehinderungen. "Streckenweise mussten die betroffenen Abschnitte
vorübergehend komplett gesperrt werden", sagte gestern Polizeisprecher
Hans-Joachim Finn. Auch auf der B 109 zwischen Ziethen und Karlsburg sowie auf
der B 110 zwischen Liepen und Stolpe konnten viele Baumriesen der wütenden
Narturgewalt nicht mehr standhalten," Seit etwa um 3.45 Uhr gingen gestern Morgen in vielen Orten Ostvorpommerns die Feuerwehrsirenen. "Die Kameraden waren die ersten, die ausrückten, um die gröbsten Verkehrsbehinderungen zu beseitigen", teilte Günter Dobslaw von der Rettungsleitstelle in Greifswald mit. Bis etwa sechs Uhr räumten die elf Wehren die Straßen zumindest provisorisch frei. So unter anderem auch in Zemitz, zwischen Zecherin und Johanneshof, Putzar, Spantekow, Menzlin - eine genaue Zahl der beschädigten Bäume konnte gestern noch nicht genannt werden. "Unsere Mitarbeiter sind derzeit ständig unterwegs, um die Schäden zu erfassen", sagte Ralf Sendrowski vom zuständigen Straßenverkehrsamt Stralsund. Immer wieder kämen neue Meldungen herein - bei rund 15500 Bäumen, die in Ostvorpommern zu betreuen sind, ist das Zählen ein schwieriges Unterfangen. "Leider kann niemand vorhersagen, ob ein Baum einem solchen Sturm widerstehen wird. Auch wenn er äußerlich gesund aussieht." Oft nage ein Pilz an den Wurzeln und nehme dem Baum damit seine Standfestigkeit. "Darum haben wir oft nicht nur abgebrochene Stämme und Äste zu beklagen, sondern eben auch komplett entwurzelte ,Riesen, die obendrein noch die Bankette und die Fahrbahnen beschädigt haben." Mindestens fünf derartige große Löcher, wie Sendrowski sagte, werden in den nächsten zwei bis drei Tagen weiter für Verkehrsbeeinträchtigungen sorgen. "Unsere Leute sind dabei, wieder alles in Ordnung zu bringen. Aber es braucht seine Zeit." Das gelte vor allem für die betroffenen Abschnitte auf der B 199, der 109 sowie der Landstraße 263 zwischen Ziethen und Gützkow, wo allein sieben Bäume umgestürzt sind. Ob nun wirklich eine Windhose oder aber Fallwinde für das teilweise Baum-Chaos auf den Straßen Ostvorpommerns sorgten, können die "Wetterfrösche" nicht genau sagen. Sicher ist allerdings, dass die hohen Temperaturen in der Nacht - in einigen Orten zeigten die Thermometer zwischen vier und fünf Uhr bis zu 30 Grad Celsius an - mitverantwortlich für dieses Wetter- phänomen waren. Auch heute wird es wieder heiß: Die gefühlten Temperaturen sollen sich zwischen 33 bis 38 Grad bewegen. Darum hat der Wetterdienst eine amtliche Hitze-Warnung ausgesprochen, teilte die Uni Greifswald mit. "Bereits gestern hatten wir ungewöhnlich viele Fälle mit Kreislaufversagen zu versorgen", so Dobslaw. "Vor allem am Ostseestrand auf Usedom waren einige Urlauber einfach zu leichtsinnig und haben die Hitze unterschätzt." - Der Deutsche Wetterdienst hat zunächst bis heute eine amtliche Warnung vor Hitze herausgegeben. - Heute sollen die Temperaturen auf gefühlte 33 bis 38 Grad Celsius klettern. - Damit ist eine enorme Wärmebelastung verbunden, die zu erheblichen Herz-Kreislaufproblemen oder Schwächeanfällen führen können. - Besonders empfindliche Menschen sollten bei diesem Wetter Stress und Anstrengungen vermeiden. Auch lange Strandspaziergänge sind nach Angaben der Rettungsleitstelle nicht ratsam. Überhaupt sollten nicht dringend notwendige Aufenthalte in der prallen Sonne vermieden werden. - Wichtig ist es, ausreichend zu trinken und nur leichte Kost zu sich zu nehmen. |
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