Der Krakatau von
Thomas Sävert
Vulkankarte Indonesien
Vulkankarte des USGS

Krakatau
Krakatau by NASA

Vulkankarte Krakatau
Krakataukarte des USGS

Krakatau
Krakatau by NASA
(Landsat 5 Thematic Mapper instrument am 18. Mai 1992, das Satellitenbild wurde zusammengesetzt aus Aufnahmen in roten, grünen und blauen Wellenlängenbereichen).

Anak Krakatau
Anak Krakatau by NASA


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Simon Winchester
Simon Winchester

Allgemeines über den Vulkan:
Zwischen den beiden großen indonesischen Inseln Jawa und Sumatra befindet sich der Krakatau Vulkan-Nationalpark. Im 4. Jahrhundert stand an dieser Stelle nur ein einziger Vulkan, aber im Jahre 416 stürzte die Caldera des Vulkans ein. Die Reste formten eine neue Caldera mit einem Durchmesser von etwa 7 Kilometern und den drei Inseln Verlaten, Lang und Krakatau. Der Vulkan war nach den heutigen Erkenntnissen vor allem um die Jahre 850, 950, 1050, 1150, 1350, 1550 und 1680-81 aktiv. Um einen möglichen, starken Ausbruch im Jahre 535 wird noch unter Wissenschaftlern diskutiert.
Nach einer längeren Ruhephase brach der Krakatu im August 1883 mit solcher Gewalt aus, dass die Explosion noch auf Madagaskar und in Alice Springs, Australien, in tausenden Kilometern Entfernung zu hören war. Zwei Drittel der Insel wurden zerstört; von den drei Vulkanen auf der Insel existierte nach der Explosion nur noch Rakata, von den anderen beiden Vulkanen Danan and Perbuwatan blieb praktisch nichts übrig. Insgesamt wurden etwa 20 Kubikkilometer Gestein in die Atmosphäre geschleudert. Es war eine der schwersten Explosionen, die bisher auf der Erde registriert wurden. Bei dem Ausbruch wurde durch den Einsturz der Caldera eine gewaltige Flutwelle ausgelöst: Der Tsunami erreichte an zahlreichen Küsten Höhen um 30 Meter, in einzelnen Buchten auch bis etwa 130 Fuß, entsprechend etwa 40 Meter. Die Zahl der Toten wird auf etwa 36.000 geschätzt und die Flutwellen drangen auf einigen Inseln bis zu 10 Kilometer ins Landesinnere vor. Auch nach dem Ausbruch von 1883 blieb der Vulkan nicht ruhig: Seit 1927 bildeten anhaltende Eruptionen mit immer wieder neu gefördertem Material die vierte Insel des Nationalparks "Anak Krakatau" - das "Kind von Krakatau".


Besonders aktiv war der Anak Krakatau im Jahre 1960, als sich zeitweise im Abstand zwischen einer halben Minute und etwa 10 Minuten Explosionen ereigneten. Die Hauptaktivität hielt vom Dezember 1959 bis 1963 an. Dabei wurden Asche und Gestein zum Teil bis etwa 1.200 Meter hoch in den Himmel geschleudert. Nach 1963 folgten bis in die heutige Zeit mehr als ein dutzend weitere Aktivitätsphasen, von denen die meisten aber weniger als ein Jahr dauerten. Dabei wuchs die Insel von Jahr zu Jahr, inzwischen ragt sie bereits mehr als 400 Meter aus dem Meer heraus. Im November 2007 und im November 2010 folgten neue Ausbrüche des Anak Krakatau.

Durch die gewaltige Explosion im Jahre 1883 wurde die Insel nahezu komplett sterilisiert, sämtliches Leben wurde ausgelöscht. Dadurch ergab sich für Wissenschaftler die Gelegenheit, im Detail zu untersuchen, wie sich ein so isoliertes Ökosystem erholte, wie neue Arten hinzukamen und sich hielten. Die einmalige Lage der Inseln in der Sundastraße zwischen dem Indischen Ozean und dem Pazifik bot dafür die besten Voraussetzungen. Sogar der tropische Regenwald eroberte die Inseln wieder zurück. So bedecken dichte Wälder die Hänge des Rakata, den Überresten des Krakatau nach der Explosion im Jahre 1883. Genau 70 Jahre später löschte eine weitere Explosion im Jahre 1953 alles Leben auf der kleinen Insel Anak Krakatau aus und Wissenschaftler konnten den gleichen Prozess noch einmal beobachten. Wind und Wasser transportierten die ersten Sporen heran und Tiere folgten bald nach. Allerdings entwickelte sich jede der vier Inseln anders mit unterschiedlichen Arten, obwohl sie nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Meldungen zum Vulkan:
Anak Krakatau spuckt Lava und Gas (Spiegel, 08.11.07)
Ausbruch mit Lava, Gas und Steinschlag (Welt, 11.11.07)
Indonesia's Krakatau roars and dazzles with fireworks (Reuters, 11.11.07)
Krakatau`s ash reaches Cilegon and Serang (Antara, 03.11.10)
Krakatau, Indonesia – volcanic earthquakes are creating unrest in coastal villages (Earthquake Report, 06.10.11)

Einige Links zum Vulkan (deutsch):
Apokalypse aus der Tiefe (ZDF)
Das Kind des Krakatau (ZDF)
Ein Vulkan verändert die Welt (ZDF)
Krakatau - ein Vulkan explodiert (Achim Hennings)
Krakatau - Protokoll einer Katastrophe (3SAT)

Weitere Links zum Vulkan (englisch):
Directorate of Volcanology and Geol. Hazard Mit.
Volcanoes in Indonesia
KRAKATAU, Sunda Strait
Krakatau Monitoring Online
The Great Explosion of the Krakatau Volcano (Dr. George P.C.)
The Great Tsunami of August 26, 1883 (Dr. George P.C.)
Krakatau by Volcano World
Indonesia Volcanoes and Volcanics (USGS)
1883 Eruption of Krakatau (USGS)
Krakatau by Global Volcanism Program
Krakatau by Bob Jensen
Krakatau by John Seach
Krakatau Research Programme by Dr Robert J. Whittaker
Anak Krakatau: Birth of an Island by Rob Whittaker
Krakatau by William Hutton
Universität San Diego

Klimatische Auswirkungen:
Die Auswirkungen des gewaltigen Ausbruchs im Jahre 1883 waren nicht nur für die Region in Südostasien enorm. In größeren Höhen breitete sich die Asche auf die gesamte Nordhalbkugel aus, wodurch sich in der Folgezeit klimatische Veränderungen einstellten. Insgesamt wurden etwa 20 bis 21 Kubikkilometer Asche ausgestoßen, von denen knapp 10 Prozent feinerer Staub Höhen von 27 Kilometer und mehr erreichten. Dieser Staub umrundete die Erde einige Male und rief auf der Nordhalbkugel nicht nur spektakuläre Sonnenuntergänge hervor. Nach dem Ausbruch reduzierte sich die Sonneneinstrahlung erheblich und das Jahr darauf war global etwa 1,2 Grad kälter als im langjährigen Mittel. Es dauerte Jahre, bis sich die Zustände in der Atmosphäre wieder normalisierten.

Aktuelle Nachrichten:
Nachrichten von Yahoo (deutsch)

Satellitenbilder:
Anak Krakatau (NASA, 30.06.05)
Krakatau, Indonesia (NASA, 23.11.10)

Literatur:
Simon Winchester: Krakatau. Der Tag, an dem die Welt zerbrach: 27. August 1883, Albrecht Knaus Verlag, München 2003, 368 Seiten, ISBN 3813502244, 23,90 Euro (siehe Bild links) - Leseprobe


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