Jahresrückblick 2020 von
Thomas Sävert

Rekord-Hurrikansaison auf dem Atlantik

Mit einer weltweiten Schadensumme von rund 210 Milliarden US-Dollar (davon 82 Milliarden US-Dollar versichert) fiel das Naturgewaltenjahr 2020 überdurchschnittlich aus. Im Vorjahr lag die Gesamtschadensumme bei etwa 166 Milliarden US-Dollar (davon 57 Mrd. US-Dollar versichert). Im Mittel der vergangenen 30 Jahre lagen die Gesamtschäden bei 140 Mrd. US-Dollar (davon versichert 41 Mrd.). Durch Naturkatastrophen kamen 2020 nach Angaben des Rückversicherers Munic Re weltweit etwa 8.200 Menschen ums Leben (Vorjahr: 9.000). Das sind deutlich weniger als im 30-Jahres-Mittel (52.000). Der Rückgang der Opferzahlen in den vergangenen Jahren ist unter anderem auf bessere Vorbeugung zurückzuführen und große Erdbebenkatastrophen fehlten in 2019 und 2020.


Übersicht der weltweiten Schadenereignisse 2020, Quelle: Munich Re


Der hohe Anteil der nichtversicherten Schäden ist vor allem in den ärmeren Ländern Asiens immer noch sehr hoch. Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres 2020 war die Hochwasserkatastrophe in China. Während des Sommermonsuns traten hier Schäden von etwa 17 Milliarden US-Dollar auf, von denen nur etwa 2 Prozent versichert waren.

Global reihte sich 2020 in die Serie sehr warmer Jahre ein, es lag nur minimal unter dem bisherigen Rekordjahr 2016. Sehr deutlich war die Erwärmung in den Polarregionen und in Sibirien.

Ungewöhnlich verlief die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik mit teils großen Schäden. Ende August traf der Hurrikan LAURA auf den Süden der USA und richtete hier Schäden von etwa 13 Milliarden US-Dollar an (davon 10 Mrd. versichert). Die war der größte Unwetterschäden in den USA in 2020. Insgesamt trat in 2020 auf dem Atlantik die Rekordzahl von 30 Stürmen auf, von denen 12 die Küsten der USA trafen (ebenfalls Rekord) mit einem Gesamtschaden von 43 Milliarden US-Dollar. Auffällig war, dass sich zahlreiche Stürme noch verstärkten, kurz bevor sie Land erreichten. Und zum Ende der Saison gab es viele starke Hurrikane sowie mit dem Kategorie-5-Hurrikan IOTA im November den letzten und stärksten Sturm der Saison.

Extreme Schäden richtete eine Gewitterlinie an, die am 10. August über den Mittleren Westen der USA hinwegzog. Ansonsten gab es wieder einmal Regionen mit großem LR Trockenheit und in den beiden US-Bundesstaaten Kalifornien und Colorado Rekordbrände. Insgesamt betrügen die Schäden durch Waldbrände im Westen der USA etwa 16 Milliarden US-Dollar.

Die teuerste Naturkatastrophe in Asien war der Zyklon AMPHAN, der im Mai auf Indien und Bangladesch traf und Schäden von etwa 14 Milliarden US-Dollar hinterließ. Vergleichsweise glimpflich verlief das Jahr in Europa mit einer Gesamtschaden Summe von etwa 12 Milliarden US-Dollar ( 10,6 Milliarden Euro), darunter ein schweres Erdbeben der Stärke 6,4 in Kroatien am 29. Dezember - das bisher stärkste bekannte Beben in dem Land.

Das Wetterjahr 2020 in Deutschland


© by Achim Otto.


In Deutschland setzte das Wetterjahr 2020 die Reihe der sehr warmen und trockenen Jahre fort. Es gehört sogar zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Außerdem war das Jahr verbreitet trockener und deutlich sonniger als im langjährigen Mittel.


© Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm


Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 war das Jahr 2020 nach Messwerten des Deutschen Wetterdienstes meist 2 bis 2,5 Grad wärmer als im Mittel. Betrachtet man die Periode von 1981 bis 2010, fielen die Abweichungen mit 1 bis 2 Grad etwas geringer aus.


© Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm


Das Deutschlandmittel lag im Jahr 2020 bei 10,4 Grad und damit nur knapp hinter 2018 (10,5 Grad) auf Platz 2 der bis 1881 zurückreichenden Temperaturreihe, dicht gefolgt von 2019 und 2014 mit jeweils 10,3 Grad. Damit traten 9 der 10 wärmsten Jahre in den vergangenen 20 Jahren auf. Die höchste Temperatur des Jahres 2020 wurde am 09. August in Trier-Petrisberg mit 38,6 Grad gemessen, der tiefste Wert am 27. Dezember mit -15,0 Grad in Oberstdorf.


© Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm


Fast überall war das Jahr 2020 trockener als im Mittel. Im Südwesten und Westen kamen stellenweise nur zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmengen zusammen. Im Flächenmittel fielen in Deutschland 710 Liter pro Quadratmeter, die höchste Tagesmenge würde am 03. August in Aschau-Innerkoy, südöstlich von Rosenheim (Bayern), mit 154,4 Liter pro Quadratmeter gemessen.


© Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm



© Bernd Hussing, http://www.bernd-hussing.de/klima.htm


Beim Sonnenschein liegt 2020 auf Platz 4 hinter 2018, 2003 und 1959. Relativ sonnenscheinarm war es in Teilen Norddeutschlands und in einigen Mittelgebirgen.

Das Wetterjahr 2020 startete mit einem ausgesprochen milden Januar, der in Deutschland insgesamt deutlich trockener ausfiel als im langjährigen Mittel. Angetrieben von kanadischer Kaltluft bildeten sich auf dem Atlantik immer wieder Tiefdruckgebiete, die mit südwestlicher Strömung sehr milde Luft nach Mitteleuropa lenkten. Die Ausläufer der Tiefs brachten dabei nur gelegentlich nennenswerte Regenfälle. Der Februar 2020 legte gegenüber den Vormonaten noch etwas zu und der Winter endete als zweitmildester seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dazu war er verbreitet sehr nass, aber in vielen Regionen auch sonniger als im Mittel. Die höchste Temperatur wurde am 16. Februar in Baden-Württemberg mit 21,5 Grad in Müllheim gemessen, der tiefste Wert am 20. Januar und am 06. Februar in Oberstdorf mit jeweils -14,7 Grad.

Der März fiel in Deutschland wärmer aus als im langjährigen Mittel. Dabei schien die Sonne verbreitet deutlich länger und in vielen Regionen war es trockener als im Durchschnitt. Die erste Monatshälfte war noch von atlantischen Tiefs geprägt, danach setzten sich häufiger Hochdruckwetterlagen mit viel Sonnenschein durch. Zum Monatsende gab es verbreitet frostige Nächte mit örtlich strengem Frost. Durch trockenen Ostwind stieg die Waldbrandgefahr an. Der sonst meist als launenhafter Wettermonat bekannte April zeigte sich in diesem Jahr völlig untypisch: Es war landesweit deutlich wärmer als im Mittel, dazu war es wochenlang knochentrocken mit teils sehr großer Waldbrandgefahr und sinkenden Wasserständen in den Flüssen. Die Sonne machte Überstunden und brach verbreitet Rekorde.

Der Mai 2020 lag bei den Temperaturen etwa im Bereich des langjährigen Mittels, in vielen Regionen sogar leicht darunter. Zufällig genau zu den Eisheiligen gab es einen sehr kühlen Witterungsabschnitt mit verbreiteten Nachtfrösten. Den tiefsten Wert meldete am Morgen des 12. Mai Neuhaus am Rennweg (Thüringen) mit -5,1 Grad. Etwa eine Woche später beherrschte ein Hochdruckgebiet mit warmer Luft das Wetter, im Westen und Südwesten wurden vielerorts Sommertage mit 25,0 Grad und mehr registriert. In weiten Landesteilen war der Mai sehr trocken. In Düsseldorf fielen mit gerade mal 10 Liter pro Quadratmeter nur etwa 15 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags. Die Sonne schien im Westen und Südwesten Deutschlands bis zu 40 Prozent länger als im Mittel, nach Nordosten und Osten hin war es dagegen grauer. Insgesamt war der Frühling 2020 in Deutschland vielfach sonnig, trocken und warm. Der Juni gilt bei vielen als Monat der Erdbeeren, die zum Reifen sonniges und eher trockenes Wetter brauchen. In diesem Jahr gab es zwar sonnige und sommerlich warme Abschnitte, die aber vor allem nach Süden hin häufiger von regnerischen Perioden unterbrochen wurden. Dagegen war es besonders in Norddeutschland gebietsweise längere Zeit sonnig, trocken und wärmer als im langjährigen Mittel. Der Juli 2020 fiel in Deutschland ganz anders aus als die Hitzemonate der beiden Vorjahre. Erst der letzte Tag des Monats brachte in einigen Landesteilen Extremtemperaturen bis etwa 38 Grad. Insgesamt war das Wetter im Juli zweigeteilt mit einem eher nassen, recht kühlen und sonnenscheinarmen Norden und einen deutlich wärmeren, trockenen und sonnigen Süden.


© by Achim Otto.


Der August kehrte die bisherige Temperaturbilanz des Sommers 2020 um, er fiel in Deutschland wärmer und sonniger aus als im langjährigen Mittel. Gebietsweise setzte sich die Trockenheit fort mit deutlich sinkenden Pegelständen und vertrockneten Feldern. Der August gehörte zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, selbst im Vergleich zur warmen Periode 1981 bis 2010 war er meist 2 bis 3 Grad wärmer. Der August 2020 liegt in etwa gleichauf mit 2015 und 2018, nur der August 2003 war noch wärmer. Mehr als zwei Wochen lang stellte sich eine Wärme- und Hitzeperiode ein mit Temperaturen bis über 35 Grad. In einigen Regionen wurden an bis zu 15 Tagen Temperaturen von 30 Grad und mehr gemessen. Der höchste Wert wurde am 09. August mit 38,6 Grad in Trier registriert. Die Niederschlagsbilanz fiel wegen örtlicher Unwetter sehr unterschiedlich aus, einige Orte bekamen nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Augustregens ab. Die Sonne schien vor allem im Norden länger als im Mittel.
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Der September 2020 war in den ersten drei Wochen verbreitet sehr sonnig, zum Teil extrem trocken und wärmer als im langjährigen Mittel. Auch einige heiße Tage mit 30,0 Grad und mehr wurden gebietsweise registriert, örtlich war es bis fast 35 Grad heiß. Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang endete das Spätsommerwetter abrupt und herbstliches Wetter trübte die Septemberbilanz etwas. Von vielen wurden die Regenfälle aber sehnlichst erwartet. Der Oktober 2020 brachte alles andere als goldenes Oktoberwetter. Den ganzen Monat hindurch stellte sich keine beständige Hochdruckwetterlage ein. Damit fiel der Monat verbreitet grau und regenreich aus, lediglich die Temperaturen blieben im durchschnittlichen Bereich oder knapp darüber.

Außergewöhnlich war der Monat November mit anhaltend milden Südwestlagen zwischen atlantischen Tiefs und Hochdruckgebieten über Mittel- und Südosteuropa. Er war verbreitet sehr mild, sonnig und zum Teil extrem trocken. Seit Messbeginn im Jahre 1951 war es der drittsonnigste November bisher und einer der trockensten in der bis 1881 zurückreichenden Reihe. Im deutschlandweitem Flächenmittel kam nur etwa ein Drittel des langjährigen Mittels zusammen. Die höchste Temperatur wurde am 02. in Bad Dürkheim am Rande des Pfälzerwaldes, mit 24,0 Grad gemessen. Mit einem Kaltlufteinbruch zum Monatsende wurde am 30.11. in Bad Königshofen bei Bamberg ein Tiefstwert von -9,2 Grad registriert. Der Herbst 2020 war nach 2006, 2012 und 1982 der viertwärmste und der fünfttrockenste in der bis 1881 zurückreichenden Messreihe.


© by Achim Otto.


Der Dezember 2020 fiel in Deutschland sehr unterschiedlich aus: Im Westen und Südwesten war er meist grau und nass, nach Osten hin deutlich trockener und gebietsweise auch sonniger. Mild war es im ganzen Land, dies besonders in den ersten drei Wochen. Mit einem Temperatursturz gab es am 25.12. in den Mittelgebirgen nennenswerte Schneefälle. Am 27. richtete das Sturmtief "Hermine" vor allem im Westen und Nordwesten einzelne Schäden an.


© by Achim Otto.


Tornados im Jahr 2020


Tornado bei Hackpfüffel am 16.07.2020, Quelle: Stormchaser Sachsen-Anhalt


Das Tornadojahr 2020 startete in Deutschland recht verhalten, im Laufe des Sommers kamen aber einige Tornados und Tornadoverdachtsfälle zusammen. Insgesamt sind bisher 32 Tornados bestätigt, dazu kommen 14 plausible Fälle, in denen ein Tornado sehr wahrscheinlich ist. Im Jahr 2020 sind derzeit außerdem 160 Verdachtsfälle bekannt. Die Zahl der bestätigten Tornados kann nach weiterer Diskussion einzelner Fälle noch weiter ansteigen.

Starke Tornados sind aus dem Jahr 2020 in Deutschland nicht bekannt, Großschäden blieben daher weitgehend aus. Im langjährigen Mittel gehen wir von 30 bis 60 Tornados pro Jahr in Deutschland aus, wobei die Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken. Ein Tornado der Stärke F3 kommt etwa alle zwei Jahre vor, F2-Tornados im Schnitt etwa fünf pro Jahr. Eine genaue Statistik gibt es derzeit noch nicht. Erst seit der Jahrtausendwende wird in privater Initiative wieder Tornadoforschung in Deutschland betrieben, für eine genaue Statistik reicht dies noch nicht aus.


Europaweit wurden 2020 etwa 800 Tornados gemeldet und damit in etwa so viel wie im Vorjahr (798). Die meisten Tornados wurden im Mittelmeerraum beobachtet, ein weiterer Schwerpunkt reichte von Nordfrankreich und England bis zum Baltikum. Recht wenige Tornados wurden in Skandinavien beobachtet.


© by SPC. Zahl der Tornados in den USA im Jahre 2020 im Vergleich zu vergangenen Jahren.



© by SPC. Tägliche Zahl der Tornados in den USA im Jahre 2020.


In den USA fiel die Tornadosaison 2020 etwas schwächer aus als im langjährigen Mittel. Mit vorläufig gut 1200 Tornados liegt die Zahl unter dem Schnitt von etwa 1300 Fällen. Die Tornados waren über das ganze Jahr verteilt, wobei der Schwerpunkt im Monat April lag. Einzelne größere Tornadoausbrüche wurden auch im Januar und bis in den August hinein verzeichnet.

El Niño im Jahr 2020


© by NOAA. Oceanic Nino Index (OCI), Dreimonatsmittel, Quelle: CPC/NOAA


Das schwache El Niño-Ereignis aus dem Vorjahr endete im Frühjahr 2020 und der Oceanic Nino Index für die Wassertemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik sank unter dem Mittelwert ab. Im Sommer und Herbst stellte sich ein schwaches La Niña-Ereignis ein. Damit verbunden waren über dem Atlantik meist östliche Höhenwinde, die für die Hurrikanentstehung günstig waren. Das Resultat war eine Rekordsaison auf dem Atlantik.


© by NASA. Rauchwolken im Januar 2020 über Australien.


Die Wald- und Buschbrände in Australien aus dem Vorjahr hielten bis in das Jahr 2020 an. Hunderte Menschen kamen bei den Bränden ums Leben und große Flächen verbrannten. Im Sommer 2020 breiteten sich erneut große Brände in Sibirien aus. Im August und September vernichteten erneut große Brände weite Fläche im US-Bundesstaat Kalifornien.

Tropische Wirbelstürme im Jahr 2020


© by NHC. Die Karte zeigt die Zugbahnen aller Atlantikstürme im Jahre 2020 bis Ende November.


Die nordatlantische Hurrikansaison 2020 war von Anfang an auf Rekordkurs, sie brachte bereits bis Anfang September deutlich mehr Stürme hervor, als im langjährigen Mittel zu erwarten sind. Davon trafen einige auf das amerikanische Festland, auf Karibikinseln und auf die Bahamas mit teils verheerenden Folgen. Zahlreiche Menschen kamen vor allem in der Karibik und im Süden der USA ums Leben. Insgesamt wurden 30 Tropische Stürme registriert, dazu kam eine Tropische Depression, die sich nach offiziellen Angaben nicht zu einem Sturm verstärken konnte. Von den 30 Stürmen verstärkten sich 13 zu Hurrikanen, von denen 5 die Stufe 3 oder mehr auf der Saffir-Simpson-Hurrikanskala erreichten. Im langjährigen Mittel werden 11 Stürme beobachtet, davon 6 Hurrikane, von denen 2 bis 3 zu starken Hurrikanen werden.

Die Hurrikansaison 2020 startete ungewöhnlich früh und bereits im Mai bildeten sich die ersten beiden Stürme, die beide auf die Ostküste der USA trafen. Anfang Juni richtete der Tropensturm CRISTOBAL größere Schäden im US-Bundesstaat Louisiana an, dabei kamen 15 Menschen ums Leben. Es folgten zahlreiche weitere Stürme, die jeweils neue Rekorde aufstellten und so früh auftraten wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Als erster Hurrikan traf HANNA in der zweiten Julihälfte auf Texas und den Nordosten Mexikos und löste Überschwemmungen aus. Ende Juli und Anfang August zog der Hurrikan ISAIAS die gesamte Strecke über die Kleinen Antillen, Puerto Rico, die Dominikanische Republik, die Bahamas bis nach South Carolina an der Ostküste der USA. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben und die Schäden beliefen sich auf mehr als 4 Milliarden US-Dollar.


© by NASA. Hurrikan LAURA am 26.08.2020 (Quelle: NASA)

Der bis dahin stärkste Hurrikan des Jahres mit dem Namen LAURA traf Ende August auf die US-Golfküste im Grenzgebiet der beiden Bundesstaaten Texas und Louisiana. Er richtete hier Milliardenschäden an und Dutzende Menschen starben hier und zuvor auf einigen Karibikinseln. Die mittleren Windgeschwindigkeiten reichten zeitweise bis etwa 240 km/h bei einem Kerndruck von 937 Hektopascal. Damit blieb der Hurrikan nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Kategorie 5. Dutzende Menschen kamen in der Karibik und in Texas/Louisiana ums Leben und es gab Schäden in Milliardenhöhe. Der fast zeitgleich im Bereich des Golfs von Mexiko auftretende Hurrikan MARCO löste sich dagegen nach nur wenigen Stunden auf. Anfang September traf der Hurrikan NANA auf die Küste von Belize und löste hier sowie in den angrenzenden Staaten Zentralamerikas Überschwemmungen aus.

Mitte September traf der Hurrikan PAULETTE direkt auf Bermuda, schwächte sich wenige Tage darauf zu einem Resttief ab. Dieses Tief regenerierte sich am 21. September im Bereich südlich der Azoren mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis fast 100 km/h, bevor er sich erneut auflöste. Fast zeitgleich überquerte der Hurrikan SALLY die US-Bundesstaaten Florida, Mississippi und Alabama, zeitweise erreichte er die Kategorie 2. Ebenfalls Mitte September verstärkte sich der Hurrikan TEDDY mitten auf dem Atlantik bis zur Kategorie 4 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa bis etwa 220 km/h bei einem Kerndruck von 945 Hektopascal verstärkte. TEDDY drehte nach Norden ein und traf am 23. September auf die kanadische Atlantikprovinz Nova Scotia, wo er sich in ein außertropisches Sturmtief umwandelte.

Der 22. Sturm der nordatlantischen Hurrikansaison 2020 entstand am 18. September aus einem außertropischen Tief vor der Westküste Portugals und bekam den Namen ALPHA, da die herkömmliche Namensliste aufgebraucht war. Da er nicht nur rein tropische Eigenschaften aufwies, wurde ALPHA als Subtropischer Sturm eingestuft, der am 19. September mit Starkregen und Sturmböen auf die Küste von Portugal traf. Der Sturm BETA entstand am 17./18. September im Westteil des Golfs von Mexiko. Er zog nur sehr langsam und traf am 22. September auf die Küste von Texas. Hier und in angrenzenden Regionen gab es gebietsweise stärkere Überschwemmungen durch heftige Regenfälle. Der Sturm GAMMA entstand am 02. Oktober in der westlichen Karibik. Der Sturm entwickelte sich sehr schnell und war mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 110 km/h nahe Hurrikanstärke, als er auf die Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatan traf.

Einer der stärksten Hurrikane der Saison 2020 entstand am 05. Oktober in der zentralen Karibik. Der Sturm DELTA verstärkte sich rasch und wurde in der westlichen Karibik zu einem Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 230 km/h. Durch ungünstige Höhenwinde schwächte sich der Hurrikan auf Kategorie 2 ab, bevor er am 07. Oktober auf die Küste im Nordosten der mexikanischen Halbinsel Yucatan traf und hier große Überschwemmungen auslöste. Über dem Golf von Mexiko konnte sich DELTA regenerieren und erreichte erneut Kategorie 3 mit Windgeschwindigkeiten bis etwa 200 km/h. Leicht abgeschwächt traf er am 09. Oktober auf die Küste des US-Bundesstaates Louisiana. Hier und in angrenzenden Bundesstaaten gab es größere Schäden unter anderem durch den Wind, eine meterhohe Sturmflut und heftige Regenfälle. Ebenfalls im Oktober bildete sich aus einem außertropischen Tief mitten auf dem Atlantik der Hurrikan EPSILON, der zeitweise die Kategorie 3 erreichte, aber auf dem Meer blieb.

Am 25. Oktober entstand in der westlichen Karibik der Sturm ZETA. Der Sturm verstärkte sich, bevor er in Hurrikanstärke auf die mexikanische Halbinsel Yucatan traf. Dort schwächte er sich vorübergehend ab, konnte sich aber auf dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko erneut zu einem Hurrikan verstärken. ZETA intensivierte sich weiter, bis er die Küste der US-Südstaaten erreichte. Dabei wies er mittlere Windgeschwindigkeiten bis etwa 175 km/h auf - nahe der Grenze zur Kategorie 3 der Hurrikanskala. In zahlreichen US-Bundesstaaten gab es große Schäden durch Sturm, Starkregen und eine Sturmflut sowie weit reichende Stromausfälle.

Der 28. Sturm der nordatlantischen Hurrikansaison 2020 entstand am 31. Oktober in der zentralen Karibik. Der Sturm ETA verstärkte sich am 02. November zu einem Hurrikan, der auf dem Weg nach Westen mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 240 km/h extrem schnell die zweithöchste Kategorie 4 der Hurrikanskala erreichte. Damit war ETA erst der fünfte Hurrikan seit Aufzeichnungsbeginn, der in einem November die Kategorie 4 erreichte. Mit dieser Stärke traf er am 03. November auf die Küste von Nicaragua. Über Land schwächte sich ETA schnell ab, drehte nach Nordosten ein und erreichte erneut das warme Wasser der Karibik, wo er am 07. November erneut Sturmstärke erreichte. Der Sturm überquerte Kuba und den äußersten Süden und wurde am 11. November über dem südöstlichen Golf von Mexiko erneut zu einem Hurrikan. Unter Abschwächung überquerte er am 12. November den Norden Floridas und verlor am 13. November an der US-Ostküste seine tropischen Eigenschaften. ETA richtete in mehreren Regionen große Schäden an und mehr als 170 Menschen kamen ums Leben. Der Sturm Theta blieb im Osten des Atlantiks nur knapp unter der Hurrikanschwelle.


© by NASA. Hurrikan IOTA am 16.11.2020 (Quelle: NASA)

Der 30. Sturm der nordatlantischen Hurrikansaison 2020 entstand am 13. November in der zentralen Karibik. Auf dem Weg nach Westen verstärkte sich der Sturm IOTA in der Nacht zum 15. November zum 13. Hurrikan der Saison. Am 16. November erreichte der Hurrikan mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 260 km/h die höchste Kategorie 5 bei einem Kerndruck von nur 917 Hektopascal. IOTA brach einige Rekorde, unter anderem wurde noch nie so spät im Jahr ein so starker Hurrikan registriert. Nur leicht abgeschwächt traf der Hurrikan am frühen Morgen des 17. November (MEZ) auf die Küste von Nicaragua. Über Land schwächte sich der stärkste Hurrikan der Saison rasch ab, löste aber in einigen mittelamerikanischen Staaten durch heftige Regenfälle Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Dabei starben Dutzende Menschen in der zwei Wochen zuvor bereits durch ETA schwer getroffenen Regionen.



Es folgt eine Übersicht mit allen Tropischen Depressionen, Tropischen Stürmen und Hurrikanen der nordatlantischen Hurrikansaison 2020:

Nr. TS/H Name Kat. Zeit Wind Druck Landfall Tote Schäden
1 T.S. ARTHUR - 16.05.-19.05. 95  991  Florida, Bahamas, North Carolina 0 gering
2 T.S. BERTHA - 27.05.-28.05. 85  1004  South Carolina 1 gering
3 T.S. CRISTOBAL - 01.06.-10.06. 95  992  Louisiana 15 ca. 675 Mio. US-Dollar
4 T.S. DOLLY - 22.06.-24.06. 75  1002  --- --- ---
5 T.S. EDOUARD - 04.07.-06.07. 75  1007  --- --- ---
6 T.S. FAY - 09.07.-11.07. 95  998  Florida, Neuengland 6 ca. 400 Mio. US-Dollar
7 T.S. GONZALO - 21.07.-25.07. 100  997  Trinidad 0 gering
8 H HANNA 1 23.07.-27.07. 150  973  Texas/Mexiko 5 ca. 485 Mio. US-Dollar
9 H ISAIAS 1 30.07.-05.08. 140  987  Kleine Antillen, Puerto Rico, Dom.Rep., Bahamas, South Carolina 18 über 4 Milliarden US-Dollar
10 T.D. TEN - 31.07.-02.08. 55  1007  --- --- ---
11 T.S. JOSEPHINE - 11.08.-16.08. 75  1004  --- --- ---
12 T.S. KYLE - 14.08.-16.08. 85  1000  --- --- ---
13 H LAURA 4 20.08.-29.08. 240  937  Virgin Islands bis Kuba, Texas/Louisiana 108 8-9 Milliarden US-Dollar
14 H MARCO 1 20.08.-25.08. 120  991  Louisiana 1 gering
15 H NANA 1 01.09.-04.09. 120  994  Belize 0 unter 20 Mio. US-Dollar
16 T.S. OMAR - 31.08.-05.09. 65  1003  --- --- ---
17 H PAULETTE 2 07.09.-23.09. 165  965  Bermuda ??? ???
18 T.S. RENE - 07.09.-14.09. 85  1000  Kapverden 0 gering
19 H SALLY 2 11.09.-17.09. 165  965  Florida, Mississippi, Alabama 8 Mind. 5 Mio. US-Dollar
20 H TEDDY 4 13.09.-23.09. 220  945  Nova Scotia ??? gering
21 T.S. VICKY - 14.09.-17.09. 85  1000  --- --- ---
22 T.S. WILFRED - 18.09.-21.09. 65  1007  --- --- ---
23 ST.S. ALPHA - 18.09.-19.09. 85  996  Portugal 1 gering
24 T.S. BETA - 17.09.-23.09. 95  994  Texas 1 gering
25 T.S. GAMMA - 02.10.-06.10. 110  980  Yucatan 7 ???
26 H DELTA 4 05.10.-10.10. 230  953  Yucatan, Louisiana ??? ???
27 H EPSILON 3 19.10.-26.10. 185  951  --- 0 ---
28 H ZETA 2 24.10.-29.10. 175  970  Yucatan, Louisiana 6 ???
29 H ETA 4 31.10.-13.11. 240  923  Nicaragua, Kuba, Florida 172 große Schäden in Zentralamerika
30 T.S. THETA - 10.11.-15.11. 110  989  --- 0 ---
31 H IOTA 5 13.11.-18.11. 260  917  Nicaragua ??? ???
(Alle Angaben ohne Gewähr; T.D. = Tropische Depression / hat keine Sturmstärke erreicht, T.S. = Tropischer Sturm; Kategorie nach der Saffir-Simpson-Skala, maximaler Mittelwind in km/h, Druck = tiefster festgestellter Luftdruck im Zentrum in Hektopascal).


© by NHC. Die Karte zeigt die Zugbahnen aller Ostpazifikstürme im Jahre 2020 bis Ende Oktober.


© by Tropical Tidbits. Hurrikan "Douglas" auf dem Nordostpazifik am 23.07.2020.

Auf dem Nordostpazifik bildeten sich in der Hurrikansaison 2020 insgesamt 17 Stürme und damit etwa so viele wie im Vorjahr (16). Vier Stürme verstärkten sich zu Hurrikanen, davon 3 zu starken Hurrikanen ab Kategorie 3 der fünfteiligen Hurrikanskala. Betrachtet man die gesamte Energie der Stürme im Jahr 2020 ("Accumulated Cyclone Energy"), lag das Jahr 2020 deutlich unter dem langjährigen Mittel. Kein Hurrikan traf die mexikanische Küste. Die drei stärksten Hurrikane waren Douglas im Juli, Genevieve im August und Marie ab Ende September, alle drei mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 240 km/h. Der Hurrikan DOUGLAS schaffte den weiten Weg bis nach Hawaii, streifte Teile der Inselgruppe aber nur mit seiner schwächeren, linken Seite. Insgesamt war es auf dem Nordostpazifik von der Anzahl der Stürme her eine durchschnittliche, von der Intensität eine unterdurchschnittliche Saison (Mittel: 15 Stürme, davon 8 Hurrikane, 4 starke Hurrikane).


© by Joint Typhoon Warning Center. Supertaifun "Goni" vor den Philippinen am 30.10.2020.

Die Taifunsaison 2020 fiel relativ schwach aus. Insgesamt gab es 2020 nur 23 Stürme und damit deutlich weniger als im Vorjahr (29) und weniger als im langjährigen Mittel (26 Stürme). Zahlreiche Stürme und Taifune bildeten und verstärkten sich im Bereich östlich der Philippinen. Besonders im Herbst zogen einige über die Inselgruppe hinweg bis nach Vietnam und richteten in beiden Staaten große Schäden an, zahlreiche Menschen kamen ums Leben. Von den 23 Stürmen wurden 11 (Vorjahr 17) zu Taifunen mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 120 km/h und mehr, davon wiederum wurden 2 (Vorjahr ebenfalls 2) zu so genannten Supertaifunen mit 240 km/h und mehr. Schwere Verwüstungen gab es unter anderem durch die beiden Taifune MAYSAK und HAISHEN in Japan und Korea sowie durch den Supertaifun GONI auf den Philippinen.

Erdbeben im Jahr 2020


© by USGS. Schweres Erdbeben am 28.01.2020 in der Karibik.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 9 Erdstöße der Stärke 7,0 oder mehr registriert, das sind so viele wie in 2019, aber deutlich weniger als im Jahr davor (2018: 16). Das stärkste Beben des Jahres ereignete sich am 28. Januar in der westlichen Karibik mit der Stärke 7,7. Das Epizentrum lag zwischen Kuba und Jamaika, es wurden aber nur kleinere Flutwellen ausgelöst und die Schäden hielten sich in Grenzen. Das folgenreichste Beben erschütterte am 30. Oktober Teile der Ägäis, in Griechenland und der Türkei starben mindestens 119 Menschen. Am 24. Januar kamen bei einem Erdbeben im Osten der Türkei mehr als 40 Menschen ums Leben.


Vulkane im Jahr 2020


© by NASA. Ausbruch des Ätna im Dezember 2020A

Schlagzeilen machte zum Jahresende der fast daueraktive Vulkan Ätna auf der süditalienischen Insel Sizilien. Am 13. Dezember begann im südöstlichen Krater eine stärkere Eruptionsphase. Neue Lavaströme entstanden und eine Wolke aus Schwefeldioxid breitete sich aus. Das Bild entstand am 15. Dezember 2020.

Sonnenflecken und Sonnenstürme im Jahr 2020


© by NASA. Das geteilte Bild zeigt den Unterschied zwischen einer aktiven Phase der Sonne im April 2014 und einer ruhigen Phase im Dezember 2019, Quelle: NASA/SDO

Im Rahmen des etwa 11jährigen Sonnenfleckenzyklus war die Sonne im Jahr 2020 weiterhin sehr wenig bis gar nicht aktiv. Der bisherige Zyklus endete und zeitweise konnten gar keine Sonnenflecken beobachtet werden. Das bisher letzte Sonnenfleckenminimum trat im Dezember 2019 auf. Anschließend startete quasi der nächste Sonnenfleckenzyklus. Wegen der großen Schwankungen der Sonnenaktivität dauerte es aber einige Monate, bis klar war, dass ein neuer Zyklus begonnen hat. Im deutschsprachigen Raum konnte im Jahr 2020 in 6 (Vorjahr: 7) Nächten Polarlicht visuell beobachtet oder fotografisch nachgewiesen werden. Die Polarlichtereignisse waren allerdings nur schwach und kaum mit dem bloßen Auge zu beobachten.

Heuschrecken im Jahr 2020


© by FAO. Heuschreckenschwärme in Ostafrika und im angrenzenden Mittleren Osten Ende Dezember 2020.

Während des gesamten Jahres bewegten sich riesige Heuschreckenschwärme in Ostafrika und bedrohten die Ernten und damit die Existenzgrundlage von Millionen Menschen. Betroffen waren vor allem Somalia, Äthiopien und Kenia sowie die Arabische Halbinsel. Auslöser waren starke Regenfälle im Jahr 2018, unter anderem durch zwei tropische Wirbelstürme hervorgerufen. Dadurch verbesserten sich die Brutbedingungen in der Region deutlich.

Globaler Überblick 2020


Herausragende Klimaabweichungen und Wetterereignisse 2020 (Quelle: NOAA, ca. 1,05 MB)


Temperaturabweichungen 2020 zum Mittel der Jahre 1951-1980 (Quelle: NASA)

Das Jahr 2020 war nach Angaben des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA global 1,02 Grad wärmer als im langjährigen Mittel der Jahre 1951 bis 1980 und stellt damit den erst vier Jahre alten Rekord ein. Nach anderen Analysen war das Jahr minimal kühler und liegt sehr dicht hinter 2016 auf Platz 2, allerdings liegt auch dies im Bereich der Fehlertoleranz. Damit setzt sich der globale Trend der Erwärmung fort. Außerdem waren die vergangenen sieben Jahre die wärmsten sieben Jahre seit Aufzeichnungsbeginn. Die Karte zeigt die weltweiten Temperaturabweichungen vom Mittel der Jahre 1951 bis 1980. Es fällt auf, das vor allem der europäisch-asiatische Raum große Abweichungen aufwies.

Globaler Temperaturverlauf seit 1880 (Quelle: NOAA)

Auf den globalen und langjährigen Erwärmungstrend haben viele Faktoren einen Einfluss. Unter anderem wirkt sich die El Niño-Southern Oscillation (ENSO) mit dem Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik auf die globalen Temperaturen aus. Das Jahr 2020 startete mit erhöhten Wassertemperaturen (El Niño) und endete mit einem schwachen La Niña-Ereignis mit kühlerem Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Diese Abkühlung kam aber erst recht spät im Jahr und dürfte sich mehr in 2021 auswirken. Dagegen war 2016 ein El Niño-Jahr und war vor allem dadurch so warm.

Die stärkste Erwärmung wird in der Arktis beobachtet, sie verläuft hier dreimal so schnell wie im Rest der Erde. Da auch das Eis weniger wird, absorbiert der Boden beziehungsweise das nun offene Wasser mehr Wärme und der Prozess schaukelt sich auf.

Die 7 wärmsten Jahre in der Reihe von 1880 bis 2020 traten alle in der Zeit seit 2014 auf, die 10 wärmsten seit 2005. Sämtliche Jahre seit 1977 liegen über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Betrachtet man nicht nur das Land, sondern auch die Meere, liegt 2020 sogar vor 2016.

Die bisher 10 wärmsten Jahre (1880-2020, Quelle: NOAA):
Rang Jahr Abweichung
1 2016 +1.00
2 2020 +0.98
3 2019 +0.95
4 2015 +0.93
5 2017 +0.91
6 2018 +0.83
7 2014 +0.74
8 2010 +0.72
9 2013 +0.68
10 2005 +0.67


Auch regional gehörte 2020 in vielen Teilen der Erde zu den bisher wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Zahlreiche neue Temperaturrekorde wurden aufgestellt. Bemerkenswert ist der neue Antarktisrekord mit 18,4 Grad, gemessen am 06. Februar 2020 an der Esperanza Base, einer argentinischen Forschungsstation am nördlichen Ende der Antarktischen Halbinsel. In Europa und Asien wurden jeweils zum ersten Mal Temperaturabweichungen von mehr als 2 Grad nach oben festgestellt.

Einzelne besondere Ereignisse

Nachfolgend werden einige ausgewählte Naturkatastrophen des Jahres 2020 aufgelistet. Dazu gibt es jeweils einen Hinweis auf die zugehörige Internetseite mit weiteren Informationen.

Coronavirus Coronavirus SARS-CoV-2 / Covid-19

Schon Ende 2019 trat in China das Coronavirus SARS-CoV-2 auf und löste erste Covid-19-Erkrankungen aus. Das Virus breitete sich in 2020 weltweit aus und infizierte viele Millionen Menschen. Der Kampf gegen das Virus beherrschte im gesamten Jahr die Nachrichten. MEHR

Kroatien Schweres Erdbeben in Kroatien

(Dienstag, 29.12.20) Am Dienstag hat gegen 12:20 Uhr MEZ (= Ortszeit) ein schweres Erdbeben den Balkan erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,4. Das Epizentrum lag in Kroatien, nahe der Stadt Petrinja (ca. 14.000 Einwohner) und etwa 50 Kilometer südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb (ca. 700.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Das Beben war auf dem gesamten Balkan und bis in den Alpenraum zu spüren, es gab große Schäden und einige Tote. MEHR

Eisberg Antarktis Rieseneisberg nähert sich Südgeorgien

In 2017 löste sich in der Antarktis ein riesiger Eisberg vom Eisschelf Larsen C und machte sich auf eine lange Reise durch das Südpolarmeer. Der Eisberg A-68A war damals 175 Kilometer lang und bis zu 55 Kilometer breit, er war etwa doppelt so groß wie das Saarland. In 2020 näherte er sich bedrohlich der Insel Südgeorgien. MEHR

Sonnenflecken Erste größere Sonnenflecken

Allmählich kommt der neue Sonnenfleckenzyklus in Gang. Erst im Herbst 2020 hatte die NASA verkündet, dass nach dem Sonnenfleckenminimum im Dezember 2019 die Aktivität auf unserem Zentralgestirn wieder zunimmt. Nun zeigten sich nach drei größtenteils sonnenfleckenlosen Jahren wieder größere Sonnenflecken. MEHR

Somalia Unbemerkte Katastrophe in Somalia

Während das Coronavirus beherrschte, blieben einige Katstrophen in verschiedenen Teilen der Erde in 2020 nahezu unbemerkt. Nicaragua hat mit den Folgen des Hurrikans IOTA zu kämpfen, der Südosten Indiens mit Überschwemmungen durch den Zyklon NIVAR und Somalia mit den schlimmen Auswirkungen des Rekordzyklons GATI, der den Norden des Landes schwer getroffen hatte. MEHR

Nicaragua Hurrikan IOTA in Nicaragua

Der extrem starke Hurrikan IOTA traf mitten im November 2020 etwa 45 Kilometer südlich der Stadt Puerto Cabezas auf die Küste von Nicaragua und damit in derselben Region wie erst zwei Wochen zuvor der starke Hurrikan ETA. Es gab sehr große Schäden. MEHR

Ägäis Schweres Erdbeben in der Ägäis

(Freitag, 30.10.20) Am Freitag hat gegen 12:51 Uhr MEZ (= 13:51 Ortszeit) ein schweres Erdbeben Teile der griechischen Inseln in der Ägäis und den Westen der Türkei erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,0. Das Epizentrum lag direkt vor der türkischen Westküste, wenige Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos und etwa 60 Kilometer südsüdwestlich der türkischen Großstadt Izmir (etwa 2,5 Millionen Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich 10 bis 20 Kilometer unter der Oberfläche. Durch das Erbeben gab es auf den umliegenden Inseln große Schäden, in Izmir sind Hochhäuser eingestürzt und ein Tsunami richtete an der Küste und auf einigen Inseln zusätzlich Schäden an. Es gab viele Opfer. MEHR

Philippinen Supertaifun GONI trifft Philippinen

Auf dem Nordwestpazifik tobte der extrem starke Supertaifun GONI, der mittlere Windgeschwindigkeiten bis etwa 285 km/h und geschätzte Böen bis etwa 350 km/h aufwies. Er traf Ende Oktober auf die Philippinen, wenn auch leicht abgeschwächt. In den Tagen zuvor hatten bereits die Taifune Saudel und Molave Teile der Philippinen und Vietnams überquert und viele Tote durch Überschwemmungen und Erdrutsche gefordert. MEHR

Alaska Sehr schweres Erdbeben vor Alaska

(Montag, 19.10.20) Am Montag hat gegen 22:55 Uhr MESZ (= 12:55 Uhr Ortszeit) ein sehr schweres Erdbeben den Meeresboden vor Alaska erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,5. Das Epizentrum lag südlich der Alaska-Halbinsel, etwa 90 Kilometer südöstlich von Sand Point (ca. 1.000 Einwohner) und etwa 925 Kilometer südwestlich der Stadt Anchorage (ca. 300.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 40 Kilometer unter der Oberfläche. Größere Schäden wurden nicht gemeldet, an einigen Küstenabschnitten wurde ein kleinerer Tsunami mit einer gemessenen Höhe bis etwa 70 Zentimetern registriert. Es handelte sich um ein Nachbeben nach dem sehr schweren Erdstoß der Stärke 7.8 am 22. Juli 2020 in derselben Region - auch damals ohne größere Auswirkungen. MEHR

Hurrikan DELTA Hurrikan DELTA trifft auf die USA

Über dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko konnte sich der Hurrikan DELTA wieder verstärken mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 200 km/h und noch stärkeren Böen. Er drehte nach Norden ein und traf leicht abgeschwächt auf die Küste von Louisiana. Hier gab es schwere Schäden durch den Wind, eine meterhohe Sturmflut, heftige Regenfälle und Tornados. MEHR

Trockenheit Trockenheit hielt weiter an

Auch in 2020 gab es wie bereits in den beiden Vorjahren lange trockene Phasen. Dies machte sich erneut auf den Feldern, aber auch in den Flüssen und Stauseen zum Teil deutlich bemerkbar mit sehr niedrigen Pegelständen. Daran änderte sich auch im Herbst nur wenig, da häufigere Niederschläge meist nur schwach ausfielen. MEHR

Taifun Haishen Taifun Haishen trifft auf Südjapan und Korea

Nur wenige Tage nach dem Durchzug des Taifuns MAYSAK traf erneut ein Taifun auf Teile Japans und der koreanischen Halbinsel. Der Taifun HAISHEN – zuvor ein Supertaifun mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 250 km/h – überquerte zahlreiche Inseln im Süden Japans und traf dann auf Südkorea. MEHR

USA Starkes Erdbeben im Osten der USA

(Sonntag, 09.08.20) Am Sonntag hat gegen 14:07 Uhr MESZ (= 08:07 Uhr Ortszeit) ein starkes Erdbeben den Osten der USA im Grenzbereich der beiden Bundesstaaten North Carolina und Virginia erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 5,1. Das Epizentrum lag in North Carolina, nahe der Ortschaft Sparta (cas. 1.800 Einwohner) und etwa 45 Kilometer westlich von Mount Airy (ca. 10.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich nur 3 bis 4 Kilometer unter der Oberfläche. Aus Sparta wurden einige Schäden gemeldet. Das Beben war in einigen Bundesstaaten zu spüren. Es war das stärkste Erdbeben im Bundesstaat North Carolina seit mehr als 100 Jahren - am 21.02.1916 ereignete sich ein Erdstoß der Stärke 5,2. MEHR

Libanon Schwere Explosion in Beirut

(Dienstag, 04.08.20) Am Dienstag hat gegen 17:08 Uhr MESZ (= 18:08 Uhr Ortszeit) eine schwere Explosion die Stadt Beirut im Libanon erschüttert. erschüttert. Sie löste ein Beben aus, das nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 3,3 und nach anderen Angaben die Stärke 3,4 bis 3,5 erreichte. Durch die Explosion und die dadurch ausgelöste Druckwelle kamen sehr viele Menschen ums Leben und es entstanden gewaltige Schäden. Hunderttausende wurden obdachlos. MEHR

Alaska Sehr schweres Erdbeben vor Alaska

(Mittwoch, 22.07.20) Am Mittwoch hat gegen 08:12 Uhr MESZ (= 19:12 Uhr Ortszeit am Dienstagabend) ein sehr schweres Erdbeben den Meeresboden vor Alaska erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,8. Das Epizentrum lag südlich der Alaska-Halbinsel, etwa 105 Kilometer südsüdöstlich von Perryville (ca. 100 Einwohner) und etwa 850 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Anchorage (ca. 300.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich 25 bis 30 Kilometer unter der Oberfläche. Größere Schäden oder eine gefährliche Flutwelle wurden nicht gemeldet. MEHR

Neuguinea Schweres Erdbeben in Neuguinea

(Freitag, 17.07.20) Am Freitag hat gegen 04:50 Uhr MESZ (= 12:50 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben den Osten von Neuguinea erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,0. Das Epizentrum lag an der Nordküste Neuguineas, etwa 115 Kilometer nordnordwestlich der Stadt Popondetta (ca. 28.000 Einwohner) und etwa 195 Kilometer nordnordöstlich der Hauptstadt Port Moresby (ca. 284.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 80 Kilometer unter der Oberfläche. Eine gefährliche Flutwelle wurde nicht gemeldet, in einzelnen Dörfern gab es aber Schäden und eine Frau kam bei einem Erdrutsch ums Leben. MEHR

Staubwolke Riesige Staubwolke über dem Atlantik

Im Sommer kommt es häufig vor, dass mit den üblichen östlichen Winden Saharastaub über den Atlantik bis zur Karibik getragen wird. Im Juni 2020 breitete sich aber eine ungewöhnlich große Staubwolke über den Atlantik aus, die von einigen Internet-Usern in den Social media sogar als "Godzilla-Staubwolke" bezeichnet wurde. Die Staubwolke erreichte auch die USA und unterdrückte auf dem Atlantik weitgehend die Bildung weiterer tropischer Wirbelstürme. MEHR

Mexiko Sehr schweres Erdbeben in Mexiko

(Dienstag, 23.06.20) Am Dienstag hat gegen 17:29 Uhr MESZ (= 10:29 Uhr Ortszeit) ein sehr schweres Erdbeben den Süden Mexikos erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,4. Das Epizentrum lag direkt an der Pazifikküste, etwa 40 Kilometer nordöstlich der Stadt Crucecita (ca. 15.000 Einwohner) im Bundesstaat Oaxaca und etwa 400 Kilometer südöstlich der Stadt Puebla de Zaragoza (ca. 1,5 Mio. Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich 20 bis 25 Kilometer unter der Oberfläche. Das Beben dürfte größere Schäden angerichtet haben, für Teile der Westküste Mittelamerikas wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben. MEHR

Neuseeland Schweres Erdbeben bei Neuseeland

(Donnerstag, 18.06.20) Am Donnerstag hat gegen 14:50 Uhr MESZ (= 00:50 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben den Meeresboden nordöstlich von Neuseeland erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,4. Das Epizentrum lag südlich der Kermadec Island, etwa 700 Kilometer nordöstlich der neuseeländischen Nordinsel. Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Eine Tsunamiwarnung konnte schnell aufgehoben werden, Schäden wurden nicht gemeldet. Der Meeresboden in der Region wird häufig durch schwere Erdbeben erschüttert. MEHR

Iran Starke Erdbeben im Süden des Irans

(Dienstag, 09.06.20) Am Dienstag haben gegen 18:09 Uhr MESZ (= 20:39 Uhr Ortszeit) und gegen 19:18 Uhr MESZ (= 21:48 Uhr Ortszeit) zwei starke Erdbeben den Süden des Iran erschüttert. Die Beben erreichten nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 5,4 und 5,7. Das Epizentrum lag jeweils etwa 60 Kilometer nordöstlich von Mohr (ca. 35.000 Einwohner) und etwa 225 Kilometer südöstlich von Shiraz (ca. 1,25 Mio. Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Die Erdstöße waren in weitem Umkreis zu spüren, so auch auf der anderen Seite des Persischen Golfs in Katar und Bahrain. Nach den vorliegenden Meldungen gab es durch die Beben erhebliche Schäden. MEHR

Zyklon AMPHAN Viele Tote durch Zyklon AMPHAN

Im Mai traf der starke Zyklon AMPHAN auf die Küste im äußersten Nordosten Indiens. Hier und in Bangladesch löste der Zyklon große Schäden durch den Wind, eine meterhohe Sturmflut und extrem heftige Regenfälle aus. Bei den dadurch entstandenen Überschwemmungen kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Zuvor waren Millionen Menschen in Notunterkünften untergebracht worden, wobei allerdings die geltenden Regeln wegen der Corona-Pandemie oft nicht eingehalten werden konnten. MEHR

Nevada Schweres Erdbeben im US-Bundesstaat Nevada

(Freitag, 15.05.20) Am Freitag hat gegen 13:03 Uhr MESZ (= 04:03 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben den US-Bundesstaat Nevada und angrenzende Teile Kaliforniens erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,5. Das Epizentrum lag etwa 55 Kilometer westlich von Tonopah (ca. 3.000 Einwohner) und etwa 200 Kilometer südöstlich von Carson City (ca. 55.000 Einwohner), der Hauptstadt von Nevada. Der Erdbebenherd befand sich nur 2 bis 3 Kilometer unter der Oberfläche. Größere Schäden wurden aus der nur dünn besiedelten Region nicht gemeldet. MEHR

Idaho Schweres Erdbeben im US-Bundesstaat Idaho

(Mittwoch, 01.04.20) In der Nacht zum Mittwoch hat gegen 01:52 Uhr MESZ (= 17:52 Uhr Ortszeit am Dienstag) ein schweres Erdbeben den Nordwesten der USA erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,5. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Idaho, etwa 30 Kilometer nordwestlich der Ortschaft Stanley (68 Einwohner) und etwa 130 Kilometer nordöstlich von Boise (ca. 220.000 Einwohner), der Hauptstadt Idahos. Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Größere Schäden in der abgelegenen Region wurden zunächst nicht gemeldet. Es war das stärkste Erdbeben in Idaho seit 37 Jahren. Am 28. Oktober 1983 kamen bei einem Erdstoß der Stärke 6,9 im Süden des Bundesstaates zwei Menschen ums Leben und die Schäden beliefen sich damals auf etwa 12 Millionen US-Dollar. MEHR

Kurilen Sehr schweres Erdbeben bei den Kurilen

(Mittwoch, 25.03.20) Am Mittwoch hat gegen 03:49 Uhr MEZ (= 13:49 Uhr Ortszeit) ein sehr schweres Erdbeben den Meeresboden bei den Kurilen zwischen der ostrussischen Halbinsel Kamtschatka und Japan erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,5. Das Epizentrum lag etwa 220 Kilometer südöstlich von Severo-Kuril’sk (ca. 2.500 Einwohner) und etwa 450 Kilometer südlich der Stadt Petropavlovsk-Kamchatsky (ca. 187.000 Einwohner) auf der Halbinsel Kamtschatka. Der Erdbebenherd befand sich 50 bis 60 Kilometer unter der Oberfläche. Nur geringe Wasserstandsschwankungen wurden registriert und keine Schäden gemeldet. Erdbeben dieser Stärke kommen in der Region häufig vor. Am 15.11.2006 ereignete sich bei den Kurilen ein Erdstoß der Stärke 8,3. Auch damals wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet. MEHR

Kroatien Starkes Erdbeben auf dem Balkan

(Sonntag, 22.03.20) Am Sonntag hat gegen 06:24 Uhr MEZ (= Ortszeit) ein starkes Erdbeben den Balkan erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 5,4. Das Epizentrum lag etwa 10 Kilometer südlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb (ca. 700.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und einige Menschen verletzt. Es war das stärkste Erdbeben in Kroatien seit fast 30 Jahren, am 27.11.1990 ereignete sich im Süden des Landes ein Beben der Stärke 5,6. Noch stärker waren zwei Erdstöße der Stärke 6,0 am 13.04.1964 im Südosten des Landes und der Stärke 6,2 am 11.01.1962 im Süden. Aus dem Raum Zagreb ist bisher kein stärkeres Beben bekannt. MEHR

Madeira Starkes Erdbeben bei Madeira

(Samstag, 07.03.20) Am Samstag hat gegen 21:58 Uhr MEZ (= 20:58 Uhr Ortszeit) ein starkes Erdbeben den Meeresboden bei der portugiesischen Insel Madeira im Atlantik erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 5,2. Das Epizentrum lag etwa 35 Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt Funchal (ca. 100.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich nur rund 5 Kilometer unter der Oberfläche. Das Beben war auf Madeira deutlich zu spüren, es wurden aber nur kleinere Schäden wie Risse in Wänden und mehrere kleine Felsstürze gemeldet. Auch auf einigen Kanareninseln konnte man den Erdstoß leicht spüren. Es war das stärkste Beben so nahe an der Insel seit Beginn der Aufzeichnungen. MEHR

Türkei Schweres Erdbeben im Grenzgebiet Türkei - Iran

(Sonntag, 23.02.20) Am Sonntag hat gegen 17:00 Uhr MEZ (= 19:30 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben das Grenzgebiet im Südosten der Türkei und im Nordwesten des Iran erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,0. Das Epizentrum lag etwa 40 Kilometer südöstlich der türkischen Stadt Özalp (ca. 8.300 Einwohner) und etwa 50 Kilometer westlich der iranischen Stadt Khowy (ca. 175.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Bereits etwa zehn Stunden zuvor ereignete sich in derselben Region ein Erdstoß der Stärke 5,7. Durch beide Beben kamen zahlreiche Menschen ums Leben und es gab große Schäden in den umliegenden Orten. MEHR

Karibik Sehr schweres Erdbeben in der Karibik

(Dienstag, 28.01.20) Am Dienstag hat gegen 20:10 Uhr MEZ (= 14:10 Uhr Ortszeit) ein sehr schweres Erdbeben den Meeresboden in der westlichen Karibik erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 7,7. Das Epizentrum lag etwa 125 Kilometer nordwestlich von Lucea (ca. 6.300 Einwohner) auf Jamaica und etwa 140 Kilometer westsüdwestlich der kubanischen Stadt Niguero (ca. 19.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Für die Südküste Kubas, Jamaica und die Cayman Islands wurde eine Tsunamiwarnung herausgegeben, es wurde aber nur ein kleinerer Tsunami registriert. Über größere Schäden auf den Inseln ist nichts bekannt. MEHR

Türkei Schweres Erdbeben im Osten der Türkei

(Freitag, 24.01.20) Am Freitag hat gegen 18:55 Uhr MEZ (= 20:55 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben den Osten der Türkei erschüttert. Das Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,7. Das Epizentrum lag bei Doganyol (ca. 6.300 Einwohner) und etwa 40 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Elazig (ca. 300.000 Einwohner). Der Erdbebenherd befand sich 10 bis 15 Kilometer unter der Oberfläche. Es wurden zahlreiche Tote und erhebliche Schäden mit vielen eingestürzten Gebäuden gemeldet. MEHR

Puerto Rico Schweres Erdbeben bei Puerto Rico

(Dienstag, 07.01.20) Am Dienstag hat gegen 09:24 Uhr MEZ (= 04:24 Uhr Ortszeit) ein schweres Erdbeben den Meeresboden bei der Karibikinsel Puerto Rico erschüttert. Das unterseeische Beben erreichte nach vorläufigen Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes die Stärke 6,5. Das Epizentrum lag etwa 20 Kilometer westsüdwestlich der Stadt Ponce (ca. 153.000 Einwohner) an der Südküste der Insel und etwa 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt San Juan. Der Erdbebenherd befand sich rund 10 Kilometer unter der Oberfläche. Von der Insel werden erhebliche Schäden gemeldet. Einen Tag zuvor wurde ein Vorbeben der Stärke 5,8 registriert. MEHR





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